Modul VI 2013

Donnerstag, 21. März  bis Sonntag, 24. März 2013

Lehrveranstaltungen Religion und Glauben

Do. 21. März

  • 19.00 - 20.15  Uhr   

Begrüßung, Befindlichkeitsrunde / Vorschau auf die Lehrinhalte des Moduls

  • 20.30 - 22.15 Uhr

„Beten Frauen anders?“Eine Befragung. Gruppenarbeit. Leitung: Siegrun Laurent


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Fr. 22. März

  • 09.00 - 09.15 Uhr

Morgenkreis:  Gemeinsames Ankommen mit Körper - und Stimmarbeit


  • 09.15 - 13.00 und 15.00 - 18.00 Uhr


„Religion ist zu wichtig, um sie den Männern zu überlassen - die Göttin kehrt zurück“
 
Dozentin: Dr. Christa Mulack

Dr. Christa Mulack, Jahrgang 1943, geboren und aufgewachsen in Hamburg. Nach Sprachstudien im In- und Ausland (England, Frankreich, USA). Zusätzliches Studium in Deutschland: Theologie, Psychologie, Soziologie und Erziehungswissenschaften. Einige Jahre Lehrtätigkeit am Gymnasium, daneben Promotion 1982. (Dissertation: „Die Weiblichkeit Gottes. Matriarchale Voraussetzungen des Gottesbildes“). Seit 1984 freiberuflich als feministisch-theologische und psychologische Autorin und Dozentin tätig. Diverse Lehraufträge im Fach Feministische Theologie an mehren Universitäten und Kirchlichen Hochschulen (u.a. Berlin. Bielefeld, Marburg).

Es erweist sich als großer Fehler, wenn Frauen meinen, ihrer religiösen Erziehung und Sozialisation einfach den Rücken kehren zu können, ohne sie zuvor angeschaut und bearbeitet zu haben. Die teilweise unbewusst erlernten Werte und Strukturen werden mitgenommen und weiter umgesetzt.
Radikale Befreiung gibt es für uns Frauen nur, wenn wir bis zu den Wurzeln unserer Unterdrückung vordringen, und die sind nun einmal religiöser Natur. Mit der Diffamierung der Göttin und ihrer Verehrung, wurde uns Frauen die wohl tiefste seelische Verletzung zugefügt, die selbst dann noch in uns wirkt, wenn wir meinen unsere religiöse Erziehung hinter uns gelassen zu haben.
Wir schauen uns daher in dieser Lehreinheit zunächst unseren eigenen religiösen Hintergrund an und vergleichen ihn mit dem der anderen Frauen. Dabei werden die uns von uns selbst entfremdenden Inhalte und Methoden erkennbar, mit denen die Göttin und ihr Weltbild aus den Seelen der Frauen getilgt wurde. Es sind Methoden die bis heute greifen und denen wir auch heute noch begegnen - nicht zuletzt auch in uns selbst. - Auf der anderen Seite enthalten auch noch die patriarchalsten Texte die Überreste der bekämpften Religion, so dass bis heute die alten Werte und Praktiken durchscheinen. Diese wollen wir uns bewusst machen und auf unsere Lebenswirklichkeit beziehen.

Die Göttin-Bewegung hat viele Quellen:
- die existenzielle Suche vieler Frauen nach ihrer Identität,
- das offensichtliche ethische Versagen der angestammten männlichen Konzepte von Gott,
- die Realitätsfremdheit vieler Aussagen der Offenbarungsreligion, die einer weltfremden Androzentrik entspringt.

Die Verehrung einer Göttin ist dabei kein Rückfall in finsteres Heidentum, wie vielfach suggeriert und auch geglaubt wird, sondern eine Frage des geistigen und materiellen - ein unverzichtbares Symbol für ein tragfähiges ethisches Wertesystem.
Themen werden sein:
Warum Frauen die Göttin brauchen. * Geistesgeschichtliche Hintergründe der christlichen Göttin-Bewegung. * Die Göttin-Bewegung als logische Konsequenz eines fehlgeleiteten männlichen Denkens. *Die psychologische, soziale und ethische Notwendigkeit der Göttin-Bewegung. *Die Göttin-Bewegung als weltweites Phänomen - Die Entwicklung in Deutschland, - Die jüdische Göttin-Bewegung. - Die asiatische Göttin-Bewegung.

  • 20.00 -22.00 Uhr

Covenzeit
In dem geschützten Rahmen des Covens werden vertrauensvoll, vorgegebene Themenbereiche behandelt. Die Form wird von jedem Coven selbst gestaltet.


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Sa. 23. März

  • 09.00 - 09.15 Uhr

Morgenkreis Gemeinsames Ankommen mit Körper- und Stimmarbeit

  • 09.15 - 13.00 Uhr


„Das Geheimnis der Schwarzen Madonnen   --  les Vierges Noires“

Dozentin: KaraMa Beran

Feministisch-matriarchale Kulturreferentin, Jahreskreisritual-Leiterin, ehem. Pädagogin u. PH-Lehrbeauftragte für matriarchale Sozialstrukturen, Netzwerkerin.
 
Überall auf der Welt lassen sich  Zeugnisse der archaischen dunklen Göttinnen finden: als Skulpturen, Bildnisse, in Geschichten und spirituellen Texten. Christianisiert tauchen sie bei uns als Schwarze Madonnen besonders in den romanischen Kirchen des frühen Christentums auf. Allein im französischen Massif Central, in den Pyrenäen und der Provence gibt es über 100 Plätze der Schwarzen Madonnen. Es sind bedeutsame Plätze auf Hügeln, Vulkanen, in Höhlen und besonders an Quellen, energetisch starke Kraft- und Heilorte, oft entlang des alten Sternenweges, des heutigen Jakobsweges.

Auf den ersten Blick erinnern die kaum einen Meter hohen, aus Holz geschnitzten Frauenfiguren an die späteren Darstellungen der christlichen Muttergottes Maria mit dem Kind, dennoch unterscheiden sie sich grundsätzlich. So repräsentieren sie bewusst den dunklen, schwarzen Aspekt der archaischen Großen Mutter, die keineswegs ein kleines Kind  mütterlich – zärtlich auf dem Schoß hält, vielmehr sind ihre Gesichtszüge und ihre aufrechte in sich ruhende Haltung streng, fern und machtvoll, das „Kind“ ein erwachsener Mensch. Sie heißen nicht nur „Vierges Noires“, sondern noch viel aussagekräftiger  „Vierges De Majesté“  und führen uns auf den Weg zu ihrem Ursprung in frauenmythologische Kulturen. An die 30 Statuen der vierges romanes  habe ich auf meiner Suchreise mit zunehmender Faszination angeschaut. Bei ihrem Anblick werden Assoziationen freigesetzt mit dem archaischen und gleichzeitig höchst aktuellem Bild der terra mater, der Urmutter, die Leben gibt und Leben nimmt, Tod und Leben in EINER ist.

Wir wollen in dieser Lehreinheit das Geheimnis der Schwarzen Madonnen wieder entdecken und uns von ihrer weiblich-spirituellen Kraft anziehen lassen.


Lehrbereich  Feministisch-matriarchale Spiritualität

  • ab 15.00 Uhr

 

 Das Jahresrad im Zyklus der 8 Feste


Jahreskreis-Ritual   Frühjahrs-Tagundnachtgleiche

Einführung, Vorbereitung und Vermittlung des Hintergrundwissens in Theorie und Praxis
Die Teilnehmerinnen erhalten vorab ausführliche Unterlagen zum Thema

Der Tag ist gleich lang wie die Nacht.
Ausgewogen in der vollkommenen Balance von Hell und Dunkel feiern wir dieses Fest als Bekräftigung der Umwandlung. Die  dunkle Seite des Jahreskreises endet - es beginnt die sichtbare Zeit der Naturkräfte, des äußeren Lebens. Die ersten Keime des neuen Lebens sind zu sehen. Auch wir sind Teil der Natur und können mit ihr zusammenwirken - wir unterstützen die Kraft der Erde und beschützen sie.      
Zum Zeitpunkt des Festes tritt die Sonne in das Sternzeichen Widder ein. Die unverbrauchte, in der Tiefe gesammelte Kraft bricht nach außen - ein Fest des Aufbruchs.  Zeit, das in uns Keimende wachsen und sichtbar werden zu lassen. Jetzt ist der Moment des Beginnens.

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So. 24. März

  • 09.00 - 11.30 Uhr


„Das heilige Paar: Schwester & Bruder“

Dozentin: Uschi Madeisky

Filmemacherin, feministisch-matriarchale Referentin, Publizistin, Netzwerkerin.   

Das heilige Paar besteht nicht aus Ehefrau und Ehemann. Ich lenke den Blick auf Schwester & Bruder, die von einer Mutter geboren wurden. Dieses Balance-Paar könnte Sinn-Bild sein für die kleinsten Gruppen und Kreise und auch für die gesamte Gesellschaft. Alle Frauen und Männer könnten einander in Respekt und Achtung als Schwester & Bruder begegnen. Bei matriarchalen Völkern geschieht das so. Wie und wo können wir ähnliches entdecken und entwickeln?

Ich werde konkrete Beispiele sinnlich darbieten. Gemeinsam werden wir Visionen entwerfen.

  • 12.00 - 13.00 Uhr


Abschlussrunde, Aufarbeitung des Moduls und Reflektion, Abschied

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