Modul XIV 2014

Donnerstag, 08. Mai  bis Sonntag, 11. Mai  2014

Lehrveranstaltungen Sprache und Literatur

Do. 08. Mai

  • 19.00 - 20.30 Uhr

Begrüßung, Große Befindlichkeitsrunde, Vorschau auf das Modul

  • 20.45 - 22.00 Uhr

„Ihr lebt noch in uns„ - unser Erbe, unsere Verantwortung, unsere Verbundenheit mit unseren Vorschwestern, in Tänzen, Gedichten und Körpergebeten. Gestaltet in Gruppenarbeit

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Fr. 09. Mai 

  • 09.00 - 09.15 Uhr 

Morgenkreis: Gemeinsames Ankommen mit Schweigen, Tanz und Stimme

  • 09.15 - 13.00 Uhr

Vortrag:   „Die Frau ist nicht der Rede wert?!

Dozentin Prof. Dr. Luise Pusch

Linguistin, Publizistin, Autorin,  Hannover / USA
In Eutin verordnete mann sich jüngst eine radikalfeministische Sprache. Seitdem gibt es dort von Amts wegen nur noch Eutinerinnen, knapp die Hälfte davon sind Männer. Viele männliche Eutinerinnen tragen allerdings schwer an ihrer Feminisierung und kämpfen dafür, die Regelung wieder rückgängig zu machen.
Das Maskulinum ist nicht mehr das, was es einmal war. Mit dazu beigetragen haben Luise F. Puschs sprach- und frauenpolitische Analysen.

Aber die Herrensprache, in der der Mann die Norm und die Frau buchstäblich nicht der Rede wert ist, ist noch keineswegs überwunden. Deshalb nervt frau zügig weiter, greift um sich und kennt kein Maß. Mannes Ehre und Ordnung werden unterhöhlt. Es kam soweit, dass sogar schmutzige Wörter wie "Lesben" und "Schwule" in die offizielle Sprache des Bundestags aufgenommen werden mussten.
Luise F. Pusch hat die Diskussion innerhalb der deutschsprachigen Linguistik mit ihren Beiträgen über Sprache und Homophobie eingeleitet und vorangetrieben.
Gute Frauenpolitik erkennt frau am Geschrei der Männer.

Am lautesten war schon immer das Geschrei über feministische Sprachpolitik. Deren bekannteste und radikalste Vertreterin Luise F. Pusch ist. Ihr drittes Buch zum Thema Sprache, Feminismus und Frauenpolitik (nach "Das Deutsche als Männersprache", 1984, und "Alle Menschen werden Schwestern", 1990) versammelt ihre wichtigsten einschlägigen Aufsätze, Reden und Glossen aus den Jahren 1991-1998.
Es handelt sich um den Vorschautext zum Buch "Die Frau ist nicht der Rede wert".

Lehreinheit   Literatur

  • 15.00 - 18.00 Uhr

Mary Daly

Dozentin: Gudrun Nositschka              

Schriftstellerin, Politikerin, Frauenkulturforscherin, Organisatorin der Gerda-Weiler-Stiftung
Erkennen und Wiedergewinnung des matriarchalen Mythos (Alt-Europa und Mittelmeerraum) ein piratisch, revolutionärer Akt.
Einen piratischen und revolutionären Akt von Frauen nennt die amerikanische Theologin und Philosophin Mary Daly das Erkennen der patriarchalen Enteignung des matriarchalen Mythos bis in unsere Gegenwart hinein sowie die beharrlichen Schritte von Frauen, das „Spiegelkabinett der Väter“ hinter sich zu lassen, indem sie sich den matriarchalen Mythos wieder zu eigen machen. Keine leichten Schritte für unsere Psyche, die den Studierenden hier als Möglichkeit eröffnet werden.

Ungemein Augen öffnend und stärkend sind dabei die Werke von Mary Daly und der 1994 verstorbenen Forscherin Gerda Weiler sowie von Claudia von Werlhof. Ausgehend vom „patriarchalen Muttermord“ im Mythos als Grundlage von europäischer Theologie, Philosophie, Pädagogik und Psychologie sowie Rechtswesen bis heute werde ich nicht nur die Fallstricke für Frauen aufzeigen, sich diesem Denksystem einzurichten und anzupassen, sondern auch die Möglichkeiten, diese Geistbandagen (Mary Daly) abzulegen und das Patriarchat hinter sich lassen. Ein wahrhaft revolutionärer Akt.  
In dieser Einheit werden die Studierenden die Chance haben, selber die Fallstricke zu erkennen, den matriarchalen Mythos für sich zu entdecken, ihre eigenes Selbst zu stärken und das Feuer von Frauen untereinander und füreinander zu entfachen.
 
Literatur: Gerda Weiler: Der enteignete Mythos, 1996; Ich brauche die Göttin (Kapitel I u. II), 1997, Mary Daly: Gyn/Ökologie, 1991- Erste Passage: Kapitel eins und zwei; Zweite Passage:  Kapitel sieben; Dritte Passage: Kapitel neun. Claudia v. Werlhof: Mutter-Los, 1996. Kapitel 1: 1-4, Renate Höfer: Die Psychoanalytikerin Sabine Spielrein, 1.Teil, 2000     

Lehrbereich  Feministisch-matriarchale Spiritualität

  • ab 16.00  Uhr                      

Das Jahresrad im Zyklus der 8 Feste

Jahreskreis - Ritual              Walpurgis - Hagazussa

Vorbereitung und Hintergrundwissen zu dem Jahreskreisfest „Walpurgis“
Vollmondin. Die Nacht ist die Zeit dieses Festes. Feuer als Mittelpunkt unserer Tänze, lustvolle Kräfte, Blumen, Blüten, Bänder, Tücher - in allen Farben gekleidete Frauen, ein übermütiges Freudenfest in Dankbarkeit über das Wiedererblühen der Natur - aber auch in dem tiefen Gedenken an die Frauen und Männer die als sogenannte "Hexen" und "Hexer" gefoltert und ermordet wurden. Wir holen uns mit der Kraft der Vollmondin in diesem Ritual die Nacht zurück.       
Ein Fest mitten in der Zeit der Verkörperung der Kräfte, das Springen durch das Maifeuer, ein uralter z.T. heute noch gelebter Brauch, ist heilend und schützend: wo der Schein des Feuers hinfällt, ist das Land  und alle Wesen die darin leben gesegnet. Aus diesem Grund haben unsere Vorschwestern auf den Bergkuppen riesige Feuer entzündet, die weit in das Tal leuchteten. Wir feiern die Lebenskraft, wir ehren die Frühlingsgöttin Maia oder Walpurga, die ursprünglich keine christliche Äbtissin(!) war, sondern eine keltische Göttin. In dieser Nacht sind wir die Hagazussen, die auf den Zäunen sitzen und in alle Welten blicken...

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Sa. 10. Mai

  • 10.00 - 10.15 Uhr

Morgenkreis    Ankommen mit Schweigen, Stimme, Tanz und Bewegung

  •  10.15 - 13.00 Uhr

Planung und Vorgespräch auf die Abschlussarbeiten

  1. Welche Form wähle ich für meine Abschlussarbeit
  2. Welches Thema kann ich mir vorstellen
  3. Wie präsentiere ich die Abschlussarbeit
  • 15.00 - 18.00 Uhr

Lehreinheit: Sprache

„…. kal - ma - kar - mu - bal…..Muttersprache“
Prälinguistik =  Die Sprachentwicklung durch die Mütter

Dozentin Siegrun Laurent

Paläolinguistik in der Spracharchäologie. Worte sind mündlich, und erst in neuester Zeit schriftlich tradierte Sprachdenkmäler, die zum großen Teil ihren eigentlichen Inhalt verloren haben. Sprache ist eine seelische Erscheinung und Wörter sind Sinn- und Kennzeichen für eine ursprüngliche Vorstellung: Ur-Bilder. Diese Bilder zerreißen, wenn das Bewusstsein über den Zusammenhang von Klang - Zeichen verloren gegangen ist. Die Begriffswurzel und die arché des Wortes sind in das kollektive Unbewusste zurück gefallen. Wir werden uns wieder an diese Klang-Ur-Bilder in uns erinnern, werden KALL kennen lernen die nicht nur die Große Göttin, sondern gleichzeitig Gefäß, Vertiefung, See, Meer, Herde, Mutter, Frau, Geburt, Schoß, Höhle, Klang, Landschaft und Vagina war. Oder wir werden die Urlaute “ UA” für Wasser hören und dabei die Quelle sehen, die aus dem Berg entspringt.
Doch wir werden nicht nur hören, sondern die Wurzeln der Wörter ausgraben um sie zu fühlen, zu zeichnen, zu flüstern, zu singen und zu tanzen, denn sie führen uns in unsere weibliche Heimat.

  • 20.00 - 22.00 Uhr

Covenzeit:
Die Covenzeit ist eine Zeit des bewussten Zusammenseins mit den Frauen des eigenen Covens. Diese Zeit wird von jedem Coven selbst gestaltet.

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So. 11. Mai

  • 09.00  - 09.15 Uhr

Morgenkreis   Gemeinsames Ankommen mit Stille, Tanz und Tönen

  • 09.15 - 11.00 Uhr

Lehreinheit  Literatur
„…mit ihr wandelst Du Dich“
Die Bedeutung von Literatur für mein Leben.
Arbeitskreise in Kleingruppen

  • 12.00 - 13.00 Uhr

Abschlussrunde, Reflektion und Abschied

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