Modul IV 2012

Donnerstag, 20. Dezember bis Sonntag, 23. Dezember 2012

Lehrveranstaltungen:  Soziologie - Patriarchatsanalyse - Gesellschaftswissenschaft - Feminismus

Do. 20. Dezember

  • 19.00 - 20.30 Uhr

Begrüßung Befindlichkeitsrunde / Vorschau auf die Lehrinhalte des Moduls

  • 20.45 - 22.30 Uhr

„Vorwärts immer - rückwärts nimmer“   Die weibliche Liebe zur Freiheit, Stärke und Begehren heute.

Dozentin Siegrun I. Laurent

Film von und mit Uschi Madeisky:  „Die Wahrheit über Vera Eschkova“  - Die spannende Historie der neuen Frauenbewegung mit anschließender Diskussion.

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Fr. 21. Dezember

  • 09.00 - 09.15 Uhr   

Morgenkreis: Der Morgenkreis ist ein gemeinsames Ankommen und wird von Stille, Körper - und Stimmarbeit begleitet.

  • 09.15 - 13.00 Uhr  

Lehrbereich:  Patriarchatsanalyse - Gesellschaftswissenschaft

„Patriarchatsforschung aus matriarchaler Sicht“  - „Von der Liebe zum Gras an der Autobahn“ - Die Planetare Bewegung für Mutter Erde
 
Dozentin Prof. Dr. Claudia von Werlhof

Politikwissenschaftlerin, Autorin, Universität Innsbruck / Österreich


Patriarchat ist eine Utopie von einer Gesellschaft/Welt, in der das Leben von/aus Vätern kommt. Der Versuch, diese Utopie nicht nur als Realität zu behaupten, sondern auch konkret, „mater - iell“ werden zu lassen bestimmt das Geschehen in der Neuzeit. Die moderne Ökonomie, der Kapitalismus, die moderne Technik, die Maschine, die moderne Wissenschaft und die modernen Institutionen, vom Staat bis zur Familie, sind Ausdruck dieser Entschlossenheit, das Patriarchat endlich durchzusetzen und von allen matriarchalen Resten zu „reinigen“. Nur, wenn das Patriarchat sich so weit entwickelt hat, dass es von Frauen/Müttern und aller Natur vollständig unabhängig geworden ist, hat es sein Ziel erreicht, ein reines Patriarchat zu sein. Dies wird vorgestellt als neues, männergemachtes Paradies, Endprodukt patriarchaler „Evolution“ und „Zivilisation“. Gewalt und Herrschaft sind die absolut „notwendigen“ Mittel auf diesem Weg. Wenn er vollendet ist, braucht es sie angeblich nicht mehr.

Patriarchat ist damit eine Wahnvorstellung, die von einer grenzenlosen Hybris angeblich möglicher und erlaubter, „alchemistischer“, Welt - Transformation begleitet ist. Das patriarchale Projekt eines solchen „Fortschritts“ hat sich inzwischen als bloße Beschädigung und rasant zunehmende, zum Teil bereits irreversible Zerstörung von Welt/Natur/Leben herausgestellt. Es ist weit davon entfernt einen „Ersatz“ dafür zu bieten. Den gibt es nicht. Stattdessen ist Patriarchat zum „Kriegs-System“ geworden, das die ganze Erde mit dem Tod bedroht.

Es ist daher an der Zeit, die Geschichte, Entwicklung, Perioden, Formen, Ideologien und Mechanismen patriarchaler Gesellschaften zu erkennen, um der eiskalten Rationalität ebenso wie der dazugehörenden wahnhaften Irrationalität dieser nihilistischen Gesellschafts-„Ordnung“ Einhalt zu gebieten


Ein solches transdisziplinäres Unterfangen kann nur aus einer nicht - patriarchalen Perspektive, nämlich der matriarchalen erfolgen. Sie ist die Doppelperspektive aus dem Innen/Unten, wie aus dem vor - und nach - patriarchalen Außen des Patriarchats. Wir können sie einnehmen, weil das Patriarchat nicht unabhängig von matriarchalen Gesellschaften entsteht/existiert, sondern auf ihnen „aufsitzt“ und in ihrer Negation, Usurpation, Zersetzung, Perversion, Abstraktion und Transformation besteht.
 
Lehrbereich Feministisch-matriarchale Spiritualität

ab 15.00 Uhr
                                             Das Jahresrad im Zyklus der 8 Feste

Jahreskreis-Ritual                       Winter-Sonnenwende

Einführung auf das Jahreskreisfest der Winter-Sonnenwende
 
Winter-Sonnenwende ist das erste und zugleich letzte Fest im Jahreskreis.
Ohne Anfang - ohne Ende. In diesem Moment der tiefsten Dunkelheit, der längsten Nacht und des kürzesten Tages, wird das Licht geboren.  Der Kreis ist das Symbol des Unendlichen. Von jetzt an nimmt das Licht wieder zu, werden die Tage länger, bewegt sich das Leben auf den Augenblick zu, wo mit der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche die Winterhälfte endet und die Zeit des Hellen, des Diesseits, der Außenwelt beginnt.       

An Winter-Sonnenwende feiern wir die Wiedergeburt des Lichtes, den Beginn eines neuen Jahreskreises. Wir wissen aus alten Überlieferungen, dass dieses Licht schon immer als Symbol für die göttliche Kraft, die Göttlichkeit, die Göttin verehrt und gefeiert wurde. Jetzt sind die Mutternächte. Schon vor tausenden von Jahren wurden als Zeichen der Mutternächte die drei AKKA (nordische Urmutter) XXX als Ideogramm und der Umriss einer Fußsohle in den Bereich eines Felsens geritzt, wo der erste Strahl der Sonne an Winter-Sonnenwende hinfiel, zur sichtbaren Wahrnehmung, dass in diesem Moment die "Große Mutter" als Gebärende des Lichtes gegenwärtig ist.   

Die Volksbräuche und Rituale, die für diese Zeit überliefert sind, sind Ausdruck dieses Wissens und sind Formen, damit handelnd umzugehen. Heute "öffnet" sich der Himmel für 12 Tage und 13 Nächte, es ist die Zeit zwischen den Zeiten, in der sich Energien manifestieren, die wilde Jagd der Perchten beginnt...

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Sa.  22. Dezember

  • 09.00 - 09.15 Uhr 

Morgenkreis: Ankommen mit Leib und Seele

  • 09.15 - 13.00 Uhr   

Lehrbereich: Soziologie, Subsistenzwirtschaft, gift-economy

„Von einer Ökonomie des Nehmens zu einer Ökonomie des Gebens -

Subsistenzperspektive und Gift economy“

Dozentin: Prof. Dr. Veronika Bennholdt-Thomsen

Sozialanthropologin, Autorin, Bielefeld

Die gegenwärtige Ökonomie, ja, die gegenwärtige, weitgehend globalisierte Kultur ist vom Tausch und damit vom Nehmen geprägt. Do ut des (lat.): „Ich gebe damit Du mir gibst“.

Wohingegen wirtschaftliches Handeln, das vom Geben geprägt ist (Gift economy) sich am Bedürfnis der anderen orientiert und nicht an dem, was ich, das Ego bekomme bzw. nehmen kann. In engem weltanschaulichem Zusammenhang zur Ökonomie des Nehmens und Habenwollens steht die Tatsache, dass wir an die Abstraktion der Ware, des Geldes und der Lohnarbeit (Verkauf der Ware Arbeitskraft) gewöhnt sind, so dass sie uns als naturgegeben erscheint.

Die Subsistenzperspektive zeigt auf, dass und wie das unmittelbar Notwendige, Nützliche und Konkrete im Zentrum unseres Handelns stehen kann und de facto auch steht. Anknüpfungspunkt sind die mütterlichen Werte, die wir alle am eigenen Leib erfahren haben.

Wir werden uns in dem Modul sowohl mit der Theorie als auch mit vielen praktischen Beispielen eines anderen Wirtschaftens befassen, das explizit oder auch implizit der symbolischen Ordnung der Mutter folgt.

15.00 - 18.00 Uhr

Lehrbereich: Körper - Tanz - Bewegung - Frauenkraft

Ritueller Kreistanz und Leiberleben

Leib-Sein und Körper-Haben: Die Sehnsucht nach der Beheimatung in meinem Leib.

Dozentin: Tricia Laurent

Körperkult einerseits und vergeistigte Sinnsuche andererseits birgt die Gefahr des Verlustes eines geerdetem und himmelverbundenem Leib-Erlebens. Der Körper wird zum Fremdkörper. Dies wollen wir ändern. In unserer achtsamen Begegnung wird der Boden bereitet von dem wir uns getragen fühlen und frei, die zu sein, die wir sind.

20.00 bis 22.00 Uhr

Lehrbereich: Magie und unsichtbare Wirklichkeiten

Trance - Reisen zur Wiedergeburt des Lichtes

Dozentin: Dagmar Margotsdotter-Fricke

Auf den Klängen der schamanischen Trommel reisen wir zu MUTTER ERDE und bitten um Heilung. Wir übergeben uns IHR und den Hilfsgeistern der nicht alltäglichen Wirklichkeit, um uns von patriarchalen Wahnvorstellungen und Urteilen reinigen zu lassen. Unvorstellbar sind deren Methoden, unser verirrtes/verwirrtes Denken aufzubrechen. Vertraut Euch ihnen an und lasst Euch überraschen!

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So. 23. Dezember

  • 09.00 - 11.30 Uhr

C o v e n z e i t

 

Die Covenzeit ist ein bewusstes Zusammensein mit den Frauen des eigenen Covens. In dem geschützten Rahmen des Covens werden vertrauensvoll, vorgegebene Themenbereiche behandelt. Die Form wird von jedem Coven selbst gestaltet.

 

12.00 - 13.00 Uhr

Abschlussrunde, Reflektion, Fragen, Abschied

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