Modul I 2012

Donnerstag, 15. März  bis Sonntag, 18. März  2012

Lehrveranstaltungen Matriarchale Kultur

Do. 15. März 

  • 19.00 - 22.00  Uhr   

Begrüßung, Einführung und Vorstellung der ALMA MATER

Dozentinnen und Teilnehmerinnen

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Fr. 16. März 

Bildung der beiden Coven von je 13 Frauen und Einführung der Teilnehmerinnen

  • 09.00 - 10.45 Uhr 

Die Bildung der beiden Coven erfolgt in spiritueller Form.

coven = engl. Versammlung, Bund, Schutzbündnis. Der Begriff wurde von der Göttin Coventina als Schutzpatronin heilkräftiger Quellen und Brunnen abgeleitet. Eine Versammlung von dreizehn heilkundigen Frauen sollte die dreizehn Mondmonate darstellen. Das Wort Coven wurde auch für die zeremonielle Kleidung bei dieser Versammlung benutzt, sie wurde bei den heiligen Tänzen getragen, welche in Gruppen zu je Dreizehn aufgeführt wurden. Später wurde der Begriff von der Kirche übernommen.

Coven Während des Studiums werden nach alter Tradition zwei Coven zu je 13 Frauen gebildet. In einem Coven besteht die Bereitschaft sich auf einen nahen, schützenden und fördernden Zusammenhalt (Affidamento) einzulassen.

  • 11.00 - 13.00 Uhr

Lehrbereich  Feministisch-matriarchale Spiritualität

„ Kreisen“

Einführung in die Ausbildung zur Jahreskreis -Ritualleiterin

Dozentin  Siegrun Laurent

Kulturwissenschaftlerin, Jahreskreis-Ritual-Leiterin

„Ihr nennt mich mit tausend Namen und sprecht doch nur euch selber aus - um euch zu erinnern, dass ich die Junge bin - gerade erst geboren und aller Erfindungen fähig - um euch zu erinnern, dass ich die Mutter bin - die sich selbst enträtselt aus dem Netzwerk das euch trägt - um euch zu erinnern, dass ich die Alte bin, die Weise, die den Schlüssel hält und zu der alle Dinge zurück kehren. nach Robin Morgan

Rituale im Jahreskreis

Die Struktur matriarchaler Mythologie ist uns durch ihre Symbole, ihre Sinn-Bilder, mythische Geschichten, durch Bräuche und Rituale, die zum Teil heute noch in manchen Gegenden gefeiert werden, zugänglich geworden. Wir begegnen diesem Frauenwissen in tiefer Achtung, Respekt und Dankbarkeit. Wir versuchen Schritt für Schritt zu begreifen, was diese Bilder in ihrem sakralen Inhalt und ihrer Vielschichtigkeit für uns Frauen heute bedeuten. Das feiern des Jahreskreises in Ritualen ist ein Hineingehen in unumstößliche Gesetzmäßigkeiten von Kosmos und Erde, von Leben und Tod, von Werden und Vergehen. Indem wir unsere eigene Befindlichkeit, unsere Freude und Trauer verbinden mit den uns umgebenden Veränderungen, erwecken wir wieder Kräfte, die tief in uns verschüttet sind. Fast alle Feste wurden vom Christentum übernommen und sinnentfremdet. Doch einige Namen wie Ostern = Ostara die Frühlingsgöttin, in der Zeit der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche (21. März) oder Weih-Nacht = die drei heiligen Weihe-Nächte der „Großen Mutter“ zur Geburt des Lichtes der Winter-Sonnenwende (21.Dez.), erinnern uns noch an ihren Ursprung. Wir stellen das jeweilige Ritual wieder in die alte Tradition und in den Kreislauf der vorgegebenen kosmischen Ordnung und verbinden uns mit dem Geschehen von Zeit und Raum.  

Im Mittelpunkt stehen die acht Jahreskreisfeste und die Gestaltung von Ritualen zu Lebenszyklen, Menarche, Wechseljahre, Verbindung, Trennung, Geburt und Tod, Werden und Vergehen.

Die Ausbildung ist Baustein zu einer Frauenzeit, in der Frauen Kulturträgerinnen und Vermittlerinnen gesellschaftlicher Werte sind, in der Frauen ihr Wissen und ihre Erfahrung um die Gesetzmäßigkeit von Natur und Universum, Spiritualität und Religion an die nächste Generation weitergeben und vererben.

Ausbildungsinhalte sind: 1. Bedeutung und Hintergrund der 8 Jahreskreisfeste. 2. Rituelle Gesänge, Tänze und Körpergebete. 3. Wahrnehmung feinstofflicher Energiearbeit - creating a sacred space in nature. 4. Meditation, Trancehaltung, Phantasiereise - Unterschied und Wirkung. 5. Geomantie und Steinsetzungen, das Erkennen von Kraftfeldern / Feldforschung. 6. Zeichen, Symbole, Ideogramme - Sinn-Bilder mit Ein - und Ausstrahlung. 7. Mythen, Märchen, Sagen und Legenden - Botschaften unserer Vergangenheit. 8. Die Elemente: Erde ich bin / Wasser ich bin / Feuer, Luft und Geist ich bin.

  • ab 15.30 Uhr

                                     Das Jahresrad im Zyklus der 8 Feste

Jahreskreis-Ritual          Frühjahrs-Tagundnachtgleiche

Wir beginnen den Studiengang mit dem Jahrekreis-Ritual der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Vorbereitung und Vermittlung von Hintergrundwissen. Vor jedem Jahreskreisfest  erhalten die Teilnehmerinnen ausführliche, schriftliche Unterlagen.

Es ist der Zeitpunkt des sichtbaren Beginnens

Der Tag ist gleich lang wie die Nacht - ausgewogen in der vollkommenen Balance von Hell und Dunkel feiern wir dieses Fest als Bekräftigung der Umwandlung. Die dunkle Seite des Jahreskreises endet - es beginnt die sichtbare Zeit der Naturkräfte, des äußeren Lebens. Die ersten Keime des neuen Lebens sind zu sehen. Auch wir sind Teil der Natur und können mit ihr Zusammenwirken - wir unterstützen die Kraft der Erde und beschützen sie.

Zum Zeitpunkt des Festes tritt die Sonne in das Sternzeichen Widder ein. Die unverbrauchte, in der Tiefe der dunklen Zeit gesammelte Kraft bricht nach außen - ein Fest des Aufbruchs, Zeit, das in uns Keimende wachsen und sichtbar werden zu lassen - jetzt ist der Moment des Beginnens.  

Die Jahreskreis-Rituale werden immer im Freien begangen.

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Sa. 17. März

  • 09.00 - 09.15 Uhr

Morgenkreis    Ankommen mit Schweigen, Stimm - und Körperarbeit

 

  • 09.15 - 13.00 Uhr und 15.00 - 18.00 Uhr

Lehrbereich  Matriarchale Kultur und Gesellschaftsstruktur

Am Anfang die Mütter = Matriarchat / Matri - Arché

Dozentin Dr. Heide Göttner-Abendroth 

Matriarchatsforscherin, Philosophin, Akademie Hagia , Weghof / Passau    

„Matri - Arché  -  Am Anfang die Mütter“

Der Begriff „Matriarchat“ ist in seiner Bedeutung bis heute völlig unklar, denn er ist schlecht oder gar nicht definiert. Entgegen dem Anschein ist er nicht die Parallele zum Begriff „Patriarchat“. Denn „arché“ heißt im Griechischen sowohl „Herrschaft“ wie „Anfang“, wobei die zweite Bedeutung die ältere ist. Beide Bedeutungen sind nicht in eins zu setzen; sie fallen nur denjenigen zusammen, die aus Unwissenheit meinen, vom Anfang der Menschheitsgeschichte habe es Herrschaft gegeben. Legenden dieser Art sind zu Dutzenden von patriarchalen Theoretikern in Umlauf gesetzt worden.

Übersetzen wir die Begriffe differenzierter, so heißt „Patriarchat“ (arché = Herrschaft) klarerweise „Herrschaft der Väter“, aber „Matriarchat“ (arché = Beginn) heißt „am Anfang die Mütter“. Und das trifft die Sache.

Moderne Matriarchatsforschung. Ihre Ergebnisse und Aktualität

Heide Göttner Abendroth hat jetzt den ethnologischen Teil ihrer Matriarchatsforschung abgeschlossen, in welchem sie sämtliche noch lebenden matriarchalen Gesellschaften weltweit darstellt.

Das Matriarchat II,1: Stammesgesellschaften in Ostasien, Indonesien, OzeanienDas Matriarchat II,2: Stammesgesellschaften in Amerika, Indien, Afrika, SüdchinaBericht der Forschungsreise zu den Moso (alle Kohlhammer-Verlag, Stuttgart)

Sie hat damit den Teil der modernen Matriarchatsforschung abgesteckt, der sich auf die Gegenwart bezieht. Aus ihren ethnologischen Studien gibt sie eine genaue Definition, welche Gesellschaftsform ein „Matriarchat“ ist. Dabei erklärt sie die Muster dieser Gesellschaftsordnung auf allen Ebenen: der ökonomisch-ökologischen, der sozialen, der politischen, der weltanschaulich-spirituellen. Diese Muster erweisen Matriarchate als Gesellschaft mit einer reziproken Egalität zwischen den Geschlechtern und Generationen, sie sind darin einzigartig. Zugleich zeigen sie eine hohe Ausgewogenheit im Verhältnis von Mensch und Natur und fallen durch ihre umfassende Spiritualität auf. Durch diese Eigenschaften können sie Wege aus der heutigen gesellschaftlichen Orientierungslosigkeit weisen, worin ihre kulturelle Bedeutung und politische Aktualität liegt.

Dr. Heide Göttner-Abendroth ist die Gründerin und Leiterin der autonomen Frauenakademie HAGIA, Akademie für kritische Matriarchatsforschung und matriarchale Künste bei Passau. Sie promovierte 1973 an der Universität München in Philosophie über die „Logik der Interpretation“. Sie veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zum Thema Matriarchat und matriarchale Ästhetik.

Seit 1988 entstand ihr Hauptwerk mit der wissenschaftlichen Reihe „Matriarchat I bis III“ von der Geschichte seiner Erforschung bis zu Forschungen der Stammesgesellschaften vieler Kulturen. Die Begriffsdefinition stammt aus der Anthologie „Matriarchate als herrschaftsfreie Gesellschaften“.

 

  • 20.00-22.00 Uhr

Lehrbereich:  Körper - Bewegung - Tanz

Gezeitentanz: Ritueller Kreistanz und Leiberleben                                                             
Be-Weg-ung als grundlegende Kraft des Lebens lässt mich die Quelle in mir fühlen und mich anbinden an den Lebensfluss

Dozentin Tricia Laurent   

Integrative Tanz - und Bewegungstherapeutin, Tanzpädagogin, Jahreskreisritualfrau, Dipl. Sozialarbeiterin / Karlsruhe

Der integrative Tanz ist in den 40er Jahren in den USA als psycho- und körpertherapeutische Methode entwickelt worden. Vorläufer war auch der aus Deutschland importierte Ausdruckstanz. Wichtige Pionierinnen und Pioniere des Tanzes im letzten Jahrhundert waren Isadora Duncan, Rudolf von Laban, Mary Wigman, Trudi Schoop und Martha Graham. Außergewöhnlich viele Frauen!

Im Grunde jedoch beruht die Integrative Tanz- und Bewegungstherapie auf einer der ältesten kulturellen Ausdrucksarten des Menschen – dem Tanz.                                                                                                                                                                       Durch die Geschichte der Menschheit hindurch sind mittels Bewegungen, Gebärden, Tänzen und Haltungen, Gefühle und Weltbilder erfahren und ausgedrückt worden. Der Tanz wird zur beseelten Bewegung und damit Bildnis für lebendiges Sein.

Der integrative Tanz setzt als persönlichkeitsfördernde Methode an der Erlebnisfähigkeit der Einzelnen an. Über die eigene Erfahrung in der Bewegung und im Tanz werden über das körperliche Erleben hinaus, das geistige und emotionale Erleben aktiviert. Gerade wir als Frauen sind unter anderem in unserem Körperbewusstsein durch patriarchale Normgebungen beeinträchtigt. Selbstentfremdung, Identitätskonfusion, Mängelgefühle können die Folgen sein. Hier kann der integrative Tanz über den individuellen Lebenszusammenhang hinaus, zur Wiederaneignung eines unabhängigen, selbstbewussten Leiberlebens führen.

Die Bewusstheit und Achtsamkeit für die Botschaften des Körpers wachsen. Die eigene Annahme und Würdigung der existentiellen Basis werden gefördert. Innerliches Erleben spiegelt sich in unserer äußerlich sichtbaren Erscheinung ebenso wie angenommene Haltungen und ausgeübte Tänze unser inneres Erleben beeinflussen.

Durch eine erlebnis- und übungszentrierte Herangehensweise, d. h. durch die ressourcenorientierte und vitalisierende Kraft der Tänze und Bewegungen, entsteht ein leiblicher Zugang zu Selbstbestimmtheit, Authentizität und Frauenbewusstsein.

Die Inhalte werden überwiegend in Form von Selbsterfahrung vermittelt. Im Mittelpunkt steht die Erschließung des Leib-Bewusst-Seins.

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So. 18. März

  • 09.00 - 09.15 Uhr

Morgenkreis mit Leib und Seele. Tanz und Gesang

 

  • 09.15 - 11.00 Uhr 

Lehrbereich: Frauenkulturforschung

Das Labyrinth

Dozentin Li Shalima  

Künstlerin, Malerin, Dozentin für Malerei & Experimentelles Gestalten, historische & philosophische Labyrinthforschung und praktische Labyrinth-Ritualarbeit

1. Lehreinheit  UR-SYMBOL LABYRINTH - HEUTE ein Heil-WEG für Versöhnung

„Im Gang durchs Labyrinth erinnern wir uns an ein tief greifendes Lebensgesetz. In seinem Weg können wir eine mütterliche Ordnung erkennen, die wie eine choreographierte ANALOGIE für den kleinsten gemeinsamen Nenner steht, der uns ALLE miteinander und auch mit ALLEM ANDEREN verbindet.“

Das Labyrinth ist ein grafischer Aphorismus voller Lebensweisheit und spiritueller Reinheit. Es ist unter anderem auch ein Bild für den Lebensweg, der ungestört er selbst sein kann. Erst seit 1420 gibt es die visuelle Vorstellung des Irrgartens, die sich bis heute hartnäckig hält und von den ersten netten Lustgärten aus Hecken sich inzwischen zu technisch ausgefeilten Auswüchsen menschlicher Sucht nach dem immer größeren Kick entwickelt hat.

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts gibt es aber auch eine neue Labyrinthbewegung. Überwiegend sind es Frauen, die das ursprüngliche Labyrinth als Symbol für kreatives, friedliches, miteinander Leben, als Symbol für die Vielfalt und Freiheit innerhalb einer klaren Einfachheit und sinnvollen Begrenzung, wieder entdecken und neu beleben.

Li Shalima erforscht seit vielen Jahren das Ursymbol Labyrinth und beschäftigt sich mit der Frage, in welcher ART und Weise die Bilder auf uns wirken, mit denen wir tagtäglich umgeben sind, und dadurch auch permanent mit ihren Inhalten konfrontiert werden. Sie geht davon aus, dass Weltbilder die Ab- und die Vorbilder unserer Lebensphilosophie, das heißt unserer Einstellung dem Leben, dem Weiblichen und unserer Grundlage MUTTER ERDE gegenüber, sind.

 

Mit einfachen Ritualen und choreographierten Bewegungsbildern in begehbaren Labyrinthen vermittelt sie die matriarchale Weisheit dieses Ursymbols. Allein, zu zweit, aber vor allem in der Gemeinschaft mit anderen Frauen, erspüren wir den Sinn dieses Vermächtnisses einer uralten, inzwischen fast untergegangenen Kultur.

Vermittelt werden auch die vielfältigen Möglichkeiten temporäre Labyrinthe an öffentlichen Orten, Plätzen, im Wald, in Parks, in privaten Gärten, in großen und kleinen Räumen zu legen und darin Choreografien und kleine Rituale mit kleinen und auch sehr großen Gruppen anzuleiten.

 

Wir erleben im Begehen der Windungen die Wandlungen tief verwurzelter Verletzungen in unserem eigenen Leib, im Herzen und im Denken. In den tief berührenden Choreografien und angeleiteten Ritualen durchleben wir heilsame Versöhnungsbilder, die im Labyrinth möglich sind; beispielsweise: zwischen Müttern und Töchtern, zwischen den Generationen, zwischen den Geschlechtern, zwischen Menschen aus verschieden Kulturen...

Li Shalima hat im Laufe der letzten zwei Jahre einen einstündigen Film-Vortrag erarbeitet, den sie bei dieser ersten Einheit vorstellt. Im Laufe des Studienganges haben wir dann immer wieder die Gelegenheit, einzelne Filmsequenzen anzuschauen und damit zu arbeiten.

Mit unterschiedlichen Zugangsweisen und didaktischem Material für die verschiedenen Lerntypen, wird diese Heilarbeit soweit vermittelt, dass eine jede, die das möchte, sie anschließend auch selbst anwenden kann.

 

  • 11.45 - 13.00 Uhr

Abschlussrunde: Die Abschlussrunde ist ein gemeinsames Aufarbeiten der Lehrinhalte und Reflektion des Moduls. Abschied

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